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Starke Dynamik im Strom- und Gasmarkt

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Starke Dynamik im Strom- und Gasmarkt

Starke Dynamik im Strom- und Gasmarkt

Netzinvestitionen bleiben hinter Planungen zurück / Unklare Rahmenbedingungen wirken als Investitionsbremse

Berlin, 13. Oktober 2009 - "Der Monitoringbericht bestätigt die starke Dynamik im deutschen Strom- und Gasmarkt in 2008 sowie die dringende Notwendigkeit von Netzinvestitionen. Beide Entwicklungen setzen sich in 2009 fort." Das erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in einer ersten Stellungnahme zur Veröffentlichung des Monitoringberichts 2009 der Bundesnetzagentur.

Nach BDEW-Angaben sind mehr als 700 Erdgas- und rund 1.100 Stromunternehmen in Deutschland tätig. "Bereits seit zwei Jahren erleben wir eine starke, zweite Welle des Wettbewerbs im Haushaltskundengeschäft. Immer mehr Unternehmen bieten überregionale und deutschlandweite Angebote für Haushalte bei Strom und auch bei Gas an", sagte Müller. Diese Angebote würden die Kunden zunehmend nutzen, was die Dynamik des Wettbewerbs widerspiegele. Die Zahl der verschiedenen Produkte und Anbieter, zwischen denen die Kunden wählen können, nehme stetig zu. "Inzwischen haben die Verbraucher die Wahl zwischen durchschnittlich zwölf Gasanbietern pro Postleitzahlengebiet", betonte Müller. Weitere Unternehmen hätten ihren Markteintritt angekündigt.

Auch nach Angaben der Bundesnetzagentur nutzen immer mehr Kunden ihre Wahlmöglichkeiten im Strom- und Gasmarkt. Mittlerweile haben nach einer aktuellen Erhebung des BDEW knapp zwei Drittel aller Haushalte beim Strom und ein Viertel beim Gas entweder ein neues Produkt bei ihrem bisherigen Anbieter oder einen anderen Lieferanten gewählt. Konkret haben 61 Prozent der Privathaushalte seit Beginn der Liberalisierung im Jahr 1998 aktiv einen neuen Stromtarif oder einen neuen Stromversorger gewählt, so der BDEW. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch am Jahresende 2007 mit 51 Prozent. Im Gasmarkt hat sich der Anteil mehr als verdoppelt: mittlerweile haben sich 25 Prozent für ein anderes Produkt oder einen neuen Anbieter entschieden. Ende 2007 lag dieser Wert noch bei elf Prozent. "Auch die weitere Reduzierung von Gasmarktgebieten auf nur noch drei L- und drei H-Gasmarktgebiete bedeutet eine Vereinfachung auf dem Gasmarkt. Der Wettbewerb wird sich hier nach unserer Einschätzung weiter intensivieren", so Müller.



Der Ausbau der Strom- und Gasnetze habe in den vergangenen Jahren aufgrund der erschwerten Investitionsbedingungen mit den Entwicklungen auf der Erzeugerseite jedoch nicht Schritt halten können: "Die Investitionen steigen zwar, aber nicht in dem Maße wie die Unternehmen es geplant haben und wie es für den Netzum- und -ausbau notwendig wäre. Die Bundesnetzagentur bestätigt die Angaben des BDEW, dass die Elektrizitätswirtschaft die Netzinvestitionspläne stark nach unten korrigieren musste", erläuterte Müller. Auch die Betreiber von Gasnetzen hätten bei ihren Investitionen Abstriche gegenüber ihren ursprünglichen Planungen machen müssen.

"Die Bundesnetzagentur weist zu Recht darauf hin, dass neue Investitionen in die Strom- und Gasnetze dringend erforderlich sind, um auch zukünftig eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit den beiden Energieträgern zu garantieren", hob Müller hervor. Seit langem beklage die Energiewirtschaft jedoch, dass geplante Leitungsvorhaben durch langwierige Planungs- und Genehmigungsprozesse über Gebühr verzögert würden. "Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen kann daher nicht umfassend umgesetzt werden", so Müller.

Für die Reduktion der Investitionsplanungen nennt der BDEW insbesondere zwei Beispiele: So sind deutsche Netzbetreiber durch die regulatorischen Vorgaben bei der für Investitionen notwendigen Kapitalaufnahme gegenüber ausländischen Unternehmen benachteiligt, zum Beispiel weil sie bei den Fremdkapitalkosten keinen angemessenen Risikozuschlag von den Regulierungsbehörden genehmigt bekommen. "Für deutsche Netzbetreiber besteht zudem unter dem derzeitigen Regulierungsrahmen kein Anreiz, in größerem Umfang Investitionen vorzunehmen", nannte Müller als zweites Beispiel. Die tatsächlich erzielbaren Eigenkapitalrenditen seien nur etwa halb so hoch wie die Renditen, die der Kapitalmarkt fordert. Die Gewährleistung einer angemessenen Kapitalrendite sowie die zeitnahe Anerkennung von Investitions- und Modernisierungskosten, zum Beispiel für die Integration intelligenter Zähler, haben dabei aus Sicht der Branche eine hohe Priorität. Nach BDEW-Angaben müssten bis zum Jahr 2020 rund 40 Milliarden Euro allein in die Erneuerung und den Ausbau der Stromnetze investiert werden. Voraussetzung dafür seien investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Pressemitteilung BDEW zu Monitoringbericht 2009 der Bundesnetzagentur

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